2019-09-27 Unser Boot geht jetzt ins Winterlager

Tag 1 – DJ Anton

Der Teufel hat uns geritten und überredet, schon um 23:00 Uhr loszufahren. Es stellt sich heraus, dass es eine Superentscheidung ist, denn nach absolut stressfreien 435 Minuten – die beste Zeit ever – sind wir in Kiel und auf dem Boot. Wir hauen uns erst einmal hin und holen etwas Schlaf nach.

Davor haben aber noch das Seitenfenster der Kuchenbude zu gemacht, das wahrscheinlich der Skipper, der senile Idiot, höchstpersönlich vor zwei Monaten vergessen hatte. Gottseidank ist die Flybridge wetterfest. Okay, der Teppich muss jetzt erst einmal trocknen.

  • Teppich auf der Flybridge trocken gesaugt
  • Motorraumkontrolle durchgeführt
  • Klimaanlagen gecheckt und getestet – läuft!
  • Lebensmittel eingekauft
  • Multikopter gecheckt und upgedated und geupdated
  • Kleiderhaken angebracht

Im Grunde haben wir nur „rumgeknoddelt“.

Dann besucht uns mein Bruder Klaus, der zufällig 5Km von hier einen Auftritt hat. Im neuen Bistro unserer Werft probieren wir einen Rum mit Kokos und führen erste Gespräche für sein Engagement zum “Tag der offenen Werft 2020″.

Dann geht es für ihn zum Soundcheck und danach essen wir zusammen beim Griechen. Ein schöner Abend.

Als Sundowner oder besser Moonriser gibt es einen Moscow Mule. Aniko kreuzworträtselt, ich blogge.

Tag 2 – F. B. I.

Lange geschlafen… kein Wunder in meinem Lieblingsbett. Dann das erste Frühstück.

Auf dem Rückweg versorgen wir uns noch mit dem Abendessen. Wir machen uns Hähnchenschenkel mit Zucchini.

Doch erst „knoddele“ ich am Entertainment-Center rum. Tausend Kabel von TV, CD-Player, Radio, verschiedene Lautsprecher und Antennenanlage. Letztere ist nicht mit einer normalen Sat-Anlage zu vergleichen.

In aller Ruhe fahren wir in den Citti-Park. Ich lasse mir einen Ende-der-Saison-Haarschnitt beim F.B.I. verpassen.





Im Mediamarkt kaufen wir eine neue TV-Box und hoffen, unseren Fernseher in Salon zum Laufen zu bringen. Im direkt daneben liegenden Ikea kaufen wir einen Teppich für den Salon, Deko-Artikel und original schwedischen Glögg…. produced in Germany for IKEA???

Was die Gestaltung des nun freien Raumes unter dem Fernseher angeht, spiele ich mit dem Gedanken, ein Weinregal einzubauen, natürlich mit dezenter LED-Beleuchtung.

Am Ende ist der Fernseher wieder an Ort, die Mediabox läuft, aber der Receiver bekommt kein Antennensignal. Also gibt es kein Fernsehen, stattdessen das Finally Farewell Konzert von Phil Collins und dazu zwei Moscow Mule.

Tag 3 – Hochzeitstag

Wieder lange geschlafen, spätes Frühstück mit Gravadlachs und Ei – zur Feier des Tages, denn Aniko dazu heute ihren 40. Hochzeitstag. Naja, ich auch. Macht zusammen 80 Jahre 🙂 Seit nunmehr 80 Jahren geht es also bei uns rund.

Dann testen wir die neuen Sanitäreinrichtungen der Werft. Superwarme, moderne Regenduschen mit viel Platz. Wir haben aber auch schon ein paar Optimierungsvorschläge wie z.B. Kleider- und Handtuchhaken, Ablagen, Abstreifer – Aniko meint, die heißen „Flatscher“. Ob man hier mit diesem Begriff etwas anfangen kann?

Wir passen den neuen Ikea-Teppich an und verlegen ihn. Das ist die perfekte Arbeit für einen Regentag.

Hatten wir gestern noch Glück und ein paar Sonnenstunden, regnet es heute fast ununterbrochen. Die Klimaanlagen schaffen uns aber ein molliges Wohlfühlklima. Danke, Jeremias, für deine Unterstützung im Sommer bei der Instandsetzung der Anlage.

Regen??? Gerade rudert unser Stegnachbar im neuen Faltdinghy vorbei und wird pitschnass. Er meint nur: „Die Heringe schwimmen doch noch nicht auf Augenhöhe.“

In einer Regenpause bunkern wir 200l Wasser und Aniko nimmt auf dem Steg eine kleine Dusche. Nein, nicht freiwillig. Sie denkt nicht daran, dass der Schlauch noch unter Druck steht und macht die Spritzpistole ab. Schade, habe gerade kein Handy zur Hand.

Das Abendessen nehmen wir zusammen mit Freddy Mercury im Wembley Stadion.

Tag 4 – Mortimer

Es regnet mit nur kurzen Unterbrechungen die ganze Nacht. Genau über meinem Bett ist die Tür zum Achterdeck. Und von dort tropft es unaufhörlich auf das Außendeck. Das ist, als wenn es dauernd auf deinen Kopf tropft…eine Foltermethode der Chinesen. Da muss ich mir was einfallen lassen.

Um 06:00 kommt Wind. Das ist das Erste, was wir von Mortimer spüren. Mortimer soll heute bis Windstärke 9 mit Böen 10 erreichen. Gottseidank draußen auf der Ostsee. Wir kommen mit 5 bis 6 Windstärken davon. Der ständige Westwind hat aber Wasser in die Förde gebracht. Wir liegen inzwischen 50cm höher.

Wir kommen gerade vom Einkauf im Bauhaus und Citti-Park zurück. Wir hatten tolles Wetter… so lange wir drin waren. Auf den letzten 500m musste es natürlich regnen. Wäre ich Pessimist, würde ich jetzt jammern. So freue ich mich, dass es nicht geschneit hat.

Viel geknoddelt habe ich heute nicht. Unter den neuen Bootsnamen prangt jetzt unser Heimathafen „Kiel“. Die Halterung der früheren Gangway habe ich entfernt. Hier wird der Pfosten für den Gasgrill montiert. Wenn ich den Außendurchmesser der alten und den Innendurchmesser der neuen Halterungen anpassen könnte, würde ich beide übereinander montieren. Mal schauen.

Für das Abendessen haben wir uns die Fischplatte Admiral gekauft, die uns zusammen mit einem Zwiebel-Pilzpfännchen aus Kräutersaitlingen schmecken soll. Naja, am besten waren noch die Zwiebeln und die Pilze. Der Herr Admiral war eine Enttäuschung.

Tag 5 – Bülk

Es regnet seit 07:00 Uhr. Es ist nicht viel, aber genug, um Arbeiten im Freien zu verhindern. Also widme ich mich wieder dem Fernseher…natürlich erfolglos. Ich brauche einen Spezialisten für Glomex-Antennen. Und die TV-Box bringen wir zurück.

Wir erledigen Kleinkram wie Ummontage von einem Feuerlöscher, Reinigung aller Holzflächen mit Politur. Sieht wieder wie neu aus und riecht auch gut.

Mit dem Geschäftsführer der Werft führe ich ein mehrstündiges Gespräch. Am Ende steht ein 5 Jahresvertrag für den Sommerliegeplatz in Box 16 am neuen Oststeg und ein Winterlager in der Halle inklusive Kranen, Waschen und Einwintern von Motoren, Generator, Klimaanlagen und Wassersystem.

Weil uns das Wetter aufs Gemüt schlägt, gönnen wir uns etwas Süßes für die Seele und die Hüften. Am Bülker Leuchtturm genießen wir den Ausblick auf die Förde und warme Pfannkuchen mit Apfel oder Waldbeeren und Eis.

Mein Gott, geht es uns gut.

Aniko möchte mal ein Stück Fleisch, und so gehen wir kurzentschlossen noch einkaufen.

Tag 6 – Haribo

Es ist fast neun Uhr, und ich liege noch im Bett. Die Nacht war ruhig, es hat nicht geregnet. Gerade habe ich mir etwas die Stimmung verdorben, als ich in Facebook reinschaue. Will nur einem Freund zum Geburtstag gratulieren, klicke dann aber auch die Startseite durch. Das ist falsch, denn das Gejammere und Gehetze, das dort allgegenwärtig ist, drückt meine Laune. In Zukunft will ich Facebook vor dem Frühstück nicht mehr lesen.

Es glitzert an der Decke… Sonnenreflexionen? Häh??? Tatsächlich, die Sonne scheint. Jetzt aber raus aus dem Bett. Ein kurzer Spaziergang am Steg.

Schon früh fahren wir an den Leuchtturm von Bülk. Wir laufen kilometerweit mit gesenktem Haupt… immer auf der Suche nach Hühnergott und Co. Tatsächlich findet Aniko vier schöne Exemplare, ich nur einen. Dafür finde ich einen Haribo-Stein.

Dann fahren wir nach Schwedeneck an den Surendorferstrand. Im Piccolini trinken wir eine Schokolade und einen Latte. Wir schauen uns die Anlage gründlich an, bevor wir nach Kiel reinfahren. Insgesamt sind wir heute rund 7Km gelaufen.

Das Wetter ist klasse. Erst als wir wieder auf dem Boot sind, regnet es für eine halbe Stunde.

Am Abend gibt es Bratwurst nicht und mit Käse überbacken, dazu Salatgurke, Zwiebel und Tomaten.

Aniko rätselt, ich blogge. Heute werde ich nicht alt. Das liegt entweder an dem langen Spaziergang, der vielen frischen Meeresluft oder den zwei Cola-Rum. Skål!

Tag 7 – Tag der Deutschen Einheit

Eine ruhige und gute Nacht. Am Morgen haben wir eine Überraschung, als wir zum Duschen gehen. Das Boot liegt etwa 1m höher. Wieder hat der Wind Wasser in die Förde gedrückt.

Ohne Leiter oder Podest ist es ganz schön schwer, an Bord zu kommen. Da merkt man jedes Kilo, vor allem die überflüssigen.

Es ist zwar noch bewölkt, soll aber aufheitern. Da das Wetter passt, werden wir wohl heute nach Schilksee schippern, um im Olympiahafen den Schwarzwassertank zu leeren.

Gegen 13:00 Uhr legen wir mustergültig ab. Draußen bemerke ich, dass die Anzeige für den Bordstrom auf 0 steht. Deshalb haben wir keine Navigationsgeräte zur Verfügung. Fieberhaft suche ich nach der Ursache. Bis Aniko auf einmal beiläufig anmerkt, dass die Scheinwerfer brennen. Die Batterie von 5 Halogenscheinwerfern zieht den gesamten Saft. Kaum ausgeschaltet, ist wieder alles im Lot. Da habe ich Trottel zwei Schalter, die beide mit ACCY beschriftet sind, verwechselt. Statt der Kameras habe ich das Flutlicht eingeschaltet. Das ist einer dieser Fehler, den man nur einmal macht. Auf meiner Liste steht schon ein neues Projekt: Ersetzen der Halogenstrahler durch LED.

In Schilksee ist es bekanntermaßen sehr eng, aber wir legen wie gewohnt souverän an. Der Schwarzwassertank ist schnell entleert. Wir sind 150 Liter Sch… und 10€ los.

Bis wir ablegen, warten wir geschätzt 5.000 Minisegler ab, die alle auf einmal reinfahren. Naja, aber mindestens 100. Das Ablegen gestaltet sich dann schwierig. Gegen zwar leichten Wind aber ohne Strahlruder müssen Triquetra und ich kämpfen… leider erfolglos. Da hilft nur noch Eindampfen in die Achterspring. Dieses Manöver haben wir zwar noch nicht gemacht, es gelingt aber auf Anhieb einigermaßen.

 

Das Fendergirl schießt die Leinen auf.

Gegen 17:00 Uhr und nach insgesamt 10sm sind wir zurück und machen wieder professionell fest. Die vorbereiteten Heckleinen sind eine echte Erleichterung für mein Fendergirl, das alle Leinenmanöver alleine machen muss.

Spontan entschließen wir uns für ein Abendessen beim Chinesen in Friedrichsort – immer eine gute Adresse! Wir nehmen einen Glücklichen Kaiser, der uns mit gebackenen Wantan, knusprigem Hühnchen, gerösteter Ente, Rind- und Schweinefleisch, Garnelen und mit knackigem Gemüse und Sprossen verwöhnt. Die Kokoscreme zuguterletzt passt kaum noch rein. Da ist nicht nur der Kaiser glücklich, wir sind es auch.

Wir sind froh, dass das Wasser etwas zurückgegangen ist. Unser Boot liegt „nur noch“ 80cm höher. So kommen wir einigermaßen gut an Bord.

Tag 8 – Dom Rep

Die Nacht war ruhig und trocken. Während die Klimaanlage den Salon aufwärmt, gehe ich duschen. Dann kommt das Frühstück dran.

Viel geknoddelt haben wir heute nicht. Kaffeeautomat entkalkt, 100 Liter Frostschutz in der Werft gelagert für die Einwinterung des Bootes, das Vorhängeschloss von der Reling geschnitten…endlich, nach 4 Jahren.

Gegen Mittag fahren wir nach Eckernförde. Wir spazieren durch den Ort und essen auf einem Fischkutter etwas Fischiges. Stilechter geht kaum.

Im neuen Bootsshop der Werft probiere ich nach unserer Rückkehr den dritten von sieben zur Verfügung stehenden Rum. Heute ist es einer aus der Dominikanischen Republik. Ganz nebenbei, ist der Plural von Rum Rums? Mein Favorit ist bislang ein Rum mit Kokosaroma. Morgen geht es weiter.

Nach dem Abendessen versetze ich mich mit original schwedischem Glögg (made in Germany for IKEA) in eine vorweihnachtliche Stimmung.

Tag 9 – U995

Aus der vorweihnachtlichen Stimmung wurde ein geruhsamer Schlaf. Gegen 05:00 Uhr wecken mich Wellen, die unter die Badeplattform klatschen, Festmacher, die ächzend knarren, und schlecht gespannte Wanten des ein oder anderen Nachbarn, die gegen irgend etwas knallen. Draußen geht es rund.

Da es nicht regnet, ziehe ich nur die Wetterjacke über den Schlafanzug und gehe raus. Ein hübsches Windchen empfängt mich. Ich springe auf den Steg – das Wasser ist tatsächlich noch weiter gestiegen – und belege die Mittelklampe mit einem zusätzlichen Festmacher. Tatsächlich schlafe ich nach kurzer Zeit wieder ein.

09:00 Uhr – Ich stehe auf. Der nächtliche Wind hat sich gelegt, es sind aber doch noch 5-6 Beaufort. Es sind für heute Böen mit bis zu 65km/h angekündigt.

Als ich zum Duschen gehe, muss ich springen. Der Bugspriet steht jetzt 1,25m über dem Steg. So hoch war das Wasser noch nie…zumindest haben wir es nicht erlebt.

Ich erinnere mich an die Einstiegshilfen in Dänemark und besorge bei Tillmann 3 Bierkästen. Tillmann ist der neue Mann im Yachtshop, sehr sympathisch und weltgereist, u.a. auf der Gorch Fock. Von Kabelbindern zusammengehalten sind die Bierkästen perfekt. Naja, ich bestelle jetzt trotzdem die Bugleiter, die ich von Anfang an wollte.

Wir fahren nach Kiel zum Bootsladen Niemeyer und besorgen Halter für den großen Bootshaken. Dann geht es nach Laboe, wo wir als erstes ein Fischbrötchen* genießen.

*Grüße an Brigitte 😉

Wir besichtigen die U995 und das Marine-Ehrenmal. Beides beeindruckt uns sehr. Die Technik des U-Bootes ist irre. Auf den Bildern kommt die Enge nicht richtig rüber. Das Ehrenmal ist informativ, beklemmend und Ehrfurcht gebietend.

 

Liebe geht auf die Hüften.

Dann spazieren wir auf der Promenade in den Hafen von Laboe und schauen Boote. Auf dem Rückweg gibt es eine heiße Schokolade für mich und ein Eis für Aniko.

Wegen eines kurzen Schauers stellen wir uns unter. Wir beobachten einen Kitesurfer, der im Wasser „zappelt“. Er bekommt den Kite nicht mehr hoch und strampelt sich gegen die Wellen in Richtung Strand. Da immer noch viel Wasser in der Förde ist, ist der Weg ins flache Wasser für den armen Kerl deutlich länger. Keiner scheint die Notlage zu erkennen. So gehen wir runter an den Strand, um dem Armen irgendwie zu helfen. Ich bin gerade dabei, einen Rettungsring mit Wurfleine fertig zu machen, als ein junger Mann zu uns kommt. Er stellt sich als Bruder des Surfers vor und bedankt sich für unser Engagement. Wegen unserer roten Jacken hält er uns tatsächlich für Seenotretter. Da er nun seinem Bruder Beistand leistet, trollen wir uns von dannen, als der Kiter endlich festen Boden unter den Füßen hat. Unsere heutige Tagesstrecke beträgt fast 4 Kilometer.

Über den Hafen Möltenort geht es zurück aufs Boot. Bei Tillmann probiere ich heute einen Rum aus der Karibik. Der schmeckt genauso, wie das Rumaroma in den winzigen Fläschchen riecht.

Zum Abendessen gibt es Specklappjes*.

*Grüße an Susanne und Jeremias

Der Moonriser – für einen Sundowner reicht es nicht mehr – ist ein Moscow Mule*

*Grüße an Markus

Tag 10 – Donnerkeil

Ruhige Nacht – Frühstück mit Ei und Lachs – tolles Wetter.

Das Wasser ist etwas gesunken. Ein- und Ausstieg sind dadurch etwas leichter.

Um 11:00 Uhr sind wir wieder am Strand von Bülk. Unser Sohn möchte auch Hühnergötter haben. Gesenkten Hauptes laufen wir am Strand entlang. Unsere Ausbeute sind ein paar Hühnergötter und ein Stück von einem Donnerkeil, das Aniko gefunden hat. Insgesamt sind wir heute nur rund 4 Kilometer gelaufen.

Gegen 15:30 Uhr sind zurück. Wir sitzen auf dem Achterdeck in der warmen Sonne, hören NDR2.

Ab und zu helfe ich einem Boot beim Anlegen. Dazwischen gönne ich mir original schwedischen Glögg, wie schon erwähnt, made in Germany für Ikea. Aniko kann keine 5 Minuten stillsitzen, immer hat sie etwas zu knoddeln.

Tag 11 – Kran

Ich muss heute schon richtig früh an Land. Fast mitten in der Nacht, um 5 Minuten vor acht. Nein, nicht zur Toilette. Unser Auto muss umgeparkt werden, weil das erste Boot gekrant wird. Und ich habe das Auto direkt vor die neuen Böcke gestellt. Natürlich habe ich mir die erste Kranung angeschaut. In ein paar Tagen hängt immerhin unser Boot am gleichen Haken.

Knoddel des Tages:

  • Ich bohre die Löcher für den Grillpfosten. Mit einer dünnen Platte darunter kann der jetzt montiert werden. Ab dann können wir auf der Badeplattform grillen. Das freut den Griller und die Hausfrau.
  • Wir schießen alle Festmacher auf für das Winterlager, natürlich bis auf die, mit denen das Boot noch festgemacht ist.
  • Ich konzipiere einen Schlauch für die Einwinterung des Wassersystems. Damit will ich den Frischwassertank umgehen und mit dem Frostschutz direkt an die Wasserpumpe gehen. Die fehlende Steckkupplung kaufen wir später in Eckernförde.
  • Wir schaffen schon mal einige Dinge ins Auto, nachdem die mitgebrachten 100L Frostschutz in der Werkstatt der Werft gelagert wurden.

Dann besuchen wir noch einmal Eckernförde. Wir parken kostenlos am Stadtrand (kostenpflichtig zwischen 01.05. und 30.09.) und spazieren durch den Park und entlang des Strandes.

Fischbrötchen auf dem umgebauten Fischkutter „Küstennebel“, Shopping im Yachtladen, Schlendern in der Fußgängerzone, Cappuccino am Strand. Dann fahren wir über die Nebenstrecke zurück – idyllisch und autofrei.

Abendessen kaufen wir im Sky, dann geht es aufs Boot. Glögg und NDR2. Aniko kann endlich wieder mit Licht duschen. Schöner Tag.

 

Tag 12 – Mireille Matthieu?

In der Nacht hat es angefangen, zu regnen. Also… tröppeln aufs Achterdeck direkt über mir. Auch der Wind ist auf 5 Windstärken aufgefrischt. Also… knarrende Festmacher. Später soll es besser werden. Hoffen wir’s. Jetzt erst einmal die Bude aufwärmen und dann duschen.

Ich knoddele noch mit dem Schlauch für die Einwinterung des Wassersystems rum. Die gekauften Kupplungen passen nicht. Die sind für Whale-Pumpen, ich habe eine Shureflo.

Am Vormittag wird die bestellte Bugleiter geliefert, ein edles Edelstahlteil. Damit lösen wir künftige Höhenprobleme elegant und mit Stil. Für die Montage müssen nur noch die Bohrungen angepasst werden.

Wir fahren nach Kiel rein. Bei AWN bekomme ich die passende Kupplung für unsere Wasserpumpe.

Wir parken am Bahnhof im engsten Parkhaus, in dem ich je war. Die Parksensoren sind rundum im Dauereinsatz.

Dann gibt es eine kleine Pause im „Blauen Engel“. Dieses Lokal, fast schon unser Stammlokal in Kiel, liegt direkt an der Hörnbrücke. Es ist im alten Filmstil gemacht, bietet regelmäßig Livemusik und hat überall die alten Schallplatten und Fotos von Hans Albers und Co. Auch von der Frau, die im namengebenden Film die Hauptrolle spielt. Du weißt schon, deren Name mit M beginnt. „Mireille Matthieu???“

Wir schlendern über die Hörnbrücke zum Germaniahafen, um ein paar alte Schiffe zu sehen.

Im Sophienhof, der Shoppingmall von Kiel, gönnen wir uns ein Eis.

Zurück in der Werft besuche ich Tilman (das ist übrigens die korrekte Schreibweise) und probiere einen Rum aus Trinidad – auf der Zunge super aromatisch, brennt aber etwas, wenn man ihn schluckt. Wir plaudern lange und sehr angenehm.

Der Wassersystem-Einwinterungs-Unterstützungsschlauch ist fertig und passt. Damit kann jetzt Frostschutz direkt aus dem Kanister in das System gepumpt werden, ohne den Frischwassertank zu belasten.

Neben uns liegt die „Johann Smidt“, ein Traditionssegler, auf dem junge Leute mitsegeln können und gleichzeitig Schule haben. Eine Gruppe von Jungen und Mädchen schlägt die Segel ab. Deshalb – und weil es gerade regnet – ein schönes Bild und ein Clip aus dem Internet.

Tag 13 – Heimfahrt

Wir stehen früh auf, weil wir um 09:00 Uhr den Termin mit dem Segelmacher und dem Einwinterungsmeister haben. Weil wir uns spontan dazu entschlossen haben, direkt danach abzureisen, verzichten wir auf das Frühstück und machen stattdessen das Boot für das Winterlager fertig, d.h.

  • Koffer packen
  • Betten abziehen, Bettwäsche einpacken
  • Kaffeeautomat einwintern
  • Entfeuchter aufstellen
  • Frischwassertank leeren
  • Kühl- und Gefrierschrank abtauen und reinigen
  • Bewegliche Dinge gegen Herabfallen sichern
  • Flybridge abdecken

Der Segelmacher kommt, und ich erläutere ihm die anstehenden Arbeiten. Drei kleine Stellen sind zu reparieren, die Bimini soll gereinigt und imprägniert und die Halterung für den Möwenvergrämer eingenäht werden. Ich bin auf den Kostenvoranschlag gespannt.

Dann kommt der Servicemann, Herr König. Es dauert eine Stunde, bis ich ihn mit den Spezialitäten dieses Boots vertraut gemacht habe. Wir besprechen jeden Punkt der Einwinterung

  • zwei Motoren spülen und mit Frostschutz einwintern
  • ein Generator dito
  • eine Klimaanlage mit vier Endgeräten dito
  • das Wassersystem mit 1 Wasserheizer, 4 Waschbecken, 3 Duschen, zwei Toiletten spülen und mit Frostschutz füllen
  • die Waschmachine dito

Er freut sich über die Erleichterungen mit dem Werner-Busch-Spezialschlauch für das Wassersystem und dem Sea-Flush-System für Motoren, Generator und Klima, das ich in den USA gekauft hatte.

Dann ist es so weit. Ich verabschiede mich von ein paar Leuten. Dann geht es um 11:00 Uhr in Richtung Hamburg. Hier haben wir ein wenig stockenden Verkehr. Bis Osnabrück haben wir einmal einen Stau, sind aber, wie kalkuliert, kurz vor 15:00 Uhr am Zwischenziel, wo wir für Markus ein Wikingerzelt übernehmen. Weiter geht es auf die A1. Mit kurzen Stockungen kommen wir doch gut voran. Um 21:00 Uhr sind wir zuhause.