Salontisch – etwas breiter wäre schön

Im letzten Sommer haben wir uns darüber geärgert, dass der Salontisch gewackelt hat. Eine Reparatur unterwegs war nicht möglich. Deshalb haben wir am Ende der Saison die Tischplatte demontiert und mitgenommen. Die Reparatur war einfach. Eine der Befestigungsnieten war gebrochen. Ich habe alles rausgebohrt und mit stärkeren Nieten wieder befestigt. Das sollte bis Windstärke 10 halten. Und ab Windstärke 8 sind wir sowieso nicht draußen 🙂

Und weil ich schon mal dran bin, könnte ich den Tisch doch auch etwas breiter machen. Wie? Nun, ich habe auf YouTube gesehen, wie man mit Epoxyharz (Resin) ganz tolle River-Table machen kann. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind endlos. Ich beabsichtige, dadurch den Tisch um 15cm breiter zu machen.

Ich habe also als erstes den Tisch mit einer Stichsäge durchgeschnitten, natürlich von der Unterseite, um einen sauberen Schnitt zu bekommen.

Dann wurden die Schnittkanten mit einer Schrubbscheibe an den „Innenseiten“ des Flusses etwas abgeflacht.

Mit dem Deltaschleifer und Schleifpapier in verschiedener Körnung wurden die Kanten geglättet.

Wir haben uns für ein Design mit weißem Marmorkies von 5 bis 25mm und Epoxyharz in verschiedenen Grautönen entschieden. Vielleicht legen wir noch ein paar Eye-Catcher rein, etwa bunte Ostseekiesel oder den Feuerstein, den ich im März an der Ostsee gefunden habe und der wie ein versteinerter Drachenzahn aussieht. Leider komme ich im Moment nicht weiter, weil ich noch auf das Trennmittel warte.

Und meinen Sohn habe ich gebeten, unser Familiensymbol, das auch den Namen für unser Boot gibt, auf einem Stein zu verewigen. Mein Gravurversuch ist nicht gerade der Burner. Er soll es jetzt mit Blattgold versuchen. Das wäre ein super Eye-Catcher im Fluss.

Ich habe die Schnittkanten noch einmal mit dem Deltaschleifer bearbeitet. Jetzt sind sie glatt und in der gewünschten Form.

Die Arbeitsplatte muss in beiden Richtungen genau im Lot liegen, damit beim Gießen nichts „schief“ geht….OMG, was für ein tolles Wortspiel!

Um den Tisch nach dem Gießen leichter von der Unterlage lösen zu können, lege ich eine Acrylplatte darunter. Die beiden Enden werden mit einem schmalen Streifen Acryl verschlossen.

Dann wird die Trägerplatte mit einem Trennwachs behandelt. Das Zeug riecht nicht einmal schlecht…bin ganz high 😉

Jetzt verschließe ich die Spalte zwischen Holz und Acryl und zu den Endstücken mit Silikon. Damit will ich verhindern, dass Epoxy unter die Platte oder überhaupt raus läuft. Jetzt ist alles fertig zum Gießen.

Es ist soweit. Alles ist vorbereitet für das Gießen. Die Auflage ist mit Trennwachs behandelt, die Plattenhälften sind vorbereitet und fixiert, die Marmorkiesel sind gewaschen und trocken. Ich warte nur noch auf DHL, die die Mixbecher liefern soll.

Was das Design angeht, wollen wir zwischen die weißen Kiesel den ein oder anderen Ostseestein legen. Ob und wie unser Logo noch eingebunden wird, müssen wir noch diskutieren. Mir schwebt vor, mit der Oberfräse eine Vertiefung zu fräsen und das Logo dann mit Epoxy einzugießen.

So! Gegossen ist es. Ich habe mit dunklerem Epoxy eine Lage gegossen und dann zwei Lagen klares Epoxy darüber. Mit dem Brenner beseitige ich die Luftblasen. Mal sehen, wie es aussieht, wenn es ausgehärtet ist.

Fehler!!! Ich habe es versäumt, die Kanten des Holzes zu versiegeln. Dadurch haben sich Tausende von kleinen Bläschen gebildet. Auch die Fixierung mit den beiden Hölzern war Mist, denn die sitzen nach dem Trocknen bombenfest im Epoxy. Mein Versuch, die Bläschen wegzuschleifen, ist erfolglos.

Ich entschließe mich daher, den „Fluss“ noch einmal auszuschneiden und neu zu machen. Es sind die gleichen Arbeitsschritte wie beim ersten Mal. Die Ufer des Flusses werden mit der Schrubbscheibe abgeflacht und geschliffen. Ich fixiere die beiden Tischhälften längsseits, dichte die Fugen mit Silikon ab. Diesmal versiegele ich das Holz mit einem Epoxy-Anstrich. Dann gieße ich mit Epoxy aus. Dabei verzichte ich auf die Einfärbung. Und als Eyecatcher lege ich diesmal ein paar römische Münzen, Steine und einen Ammoniten hinein.

Also…auf ein Neues…

Diesmal war der Guss einwandfrei. Es sind keine Luftblasen entstanden, und ich bin zufrieden. Nachdem der Tisch aus der Form raus ist, beginne ich mit dem Schleifen. Ich schleife mit 1000er bis 2000er Schleifpapier, trocken und nass, und zu guter letzt poliere ich mit Polierpaste.

Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Jetzt will ich das Triquetra-Symbol, unser Familienzeichen und auch der Name unseres Bootes, in den Tisch einlassen. Dazu messe ich es ein, fräse mit der Oberfräse eine Vertiefung, gieße es mit Epoxy aus.

Am Ende steht wieder schleifen, schleifen und polieren.

Am 18.07.2019 fahren wir nach Dänemark. Bis dahin ist der Salontisch fertig. Inzwischen hat er die zweite Lackierung mit Epoxy, morgen kommt die dritte und letzte Lage drauf. Nach der Montage habe ich die Platte doch noch einmal mit Lack überzogen. Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden.