2019-07-18 Dänische Südsee

1. Tag – Shoppen und Schrubben

Ich liebe dieses Bett. Stimmt, ich sage das jedes Mal. Aber was soll ich sagen, es ist einfach so. Eigentlich habe ich nicht geschlafen, sondern ich bin gestorben und hatte heute morgen eine Wiederauferstehung.

Nach spätem Frühstück fahren wir in den Citti-Park, um ein paar Grundnahrungsmittel einzukaufen: Gin, Wodka, Ginger Ale, Limettensaft, Tonic… und Sandwichtoast. Im Lidl kaufen wir den Rest, auch schon was zum Grillen am Sonntag.

Zurück am Boot ziehe ich die Badehose an und schrubbe erstmal das Boot. Jetzt ist die Triquetra sauber, und ich bin erfrischt. Heute ist es zwar bewölkt, aber warm und irgendwie drückend. Da kommt so eine Schlauchdusche richtig gut. Aniko macht derweil drinnen klar Schiff.

Ich spüle den Frischwassertank, fülle ihn mit 100l Wasser und desinfiziere ihn und alle Leitungen mit einem Sauerstoffzeugs. Das bleibt über Nacht im System. Dann nochmal spülen und neu Wasser bunkern.

Der Salontisch bekommt seine letzte Lackierung mit Klarlack und wird mit einem GT eingeweiht.

Jetzt sitzen wir auf der Fly und chillen. Wir, das sind der Skipper mit einem weiteren GT, das Fendergirl mit dem Fernglas und der NDR2 mit richtig guter Musik.

2. Tag – Bunkern, Bahnhof und Ilias

Nach eine weiteren guten Nacht frühstücken wir um 08:30 Uhr. Ich mag es, zuhause vom Zwitschern der Vögel geweckt zu werden. Die Möwen hier gehen mir mit ihrem Geschrei aber auf den Geist. Außerdem kacken die aufs Boot.

Noch 10 Stunden bis Waterloo.

Nachdem ich den Frischwassertank dreimal gespült habe, bunkern wir 360L Wasser.

Noch 8 Stunden bis Waterloo.

Inzwischen ist der zweite Teil der Crew unterwegs. Ich werde sie heute Abend um 19:15 Uhr in Kiel abholen,….. wenn es der liebe Gott und die Deutsche Bahn so wollen.

Draußen in der Kieler Förde treffen sich zwei Schiffe, die unterschiedlicher nicht sein können. Und sie scheinen sich zu küssen 🙂

Wir sind gerade von Besorgungsfahrten zurück. Jetzt versuchen wir, uns abzukühlen. Aniko versucht es mit einem Latte Macchiato und ich mit einem eisgekühlten Drink. Ich denke, ich gehe gleich noch einmal auf die Badeplattform und nehme eine Schlauchdusche.

Noch 5 Stunden bis Waterloo.

Es zieht sich zu. Das angekündigte Gewitter kommt tatsächlich.

Erst kommt der Wind, starker Wind. Es blitzt und donnert ein wenig. Dann kommt der Regen.

Noch zwei Stunden bis Waterloo.

Als es langsam aufklart, mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof in Kiel. Mit einer dreiviertel Stunde Verspätung kommt der Rest der Crew um 20:00 Uhr an.

Waterloo 🙂

Wir bringen die Koffer an Bord, sammeln Aniko ein und fahren zum Griechen „ILIAS“. Der Sundowner sind ein paar GT auf der „Fleibritch“.

3. Tag – A/C, AB und BBQ

Heute war ein erfolgreicher Tag. Spät aufgestanden – Entschuldigung, es ist Urlaub???? – haben wir ein paar wichtige Dinge erledigen können. Jeremias hat ERFOLGREICH die Sorgleine repariert…. und ist fast ins Wasser abgeschmiert – leider kein Handy in der Nähe.

Dann haben wir ERFOLGREICH die Klimaanlagen in Gang gesetzt. Wo Profis versagt haben, waren Werner und Jeremias erfolgreich! Es hat zwar etwas gedauert, aber wir haben es gerockt.

Plötzlich war selbst die Installation des Außenborders keine echte Herausforderung mehr. Wo kommt denn nur diese Power her? Probefahrt und alles im grünen Bereich.

Susanne kümmert sich derweil um die Kids.

Tristan hat dann riesigen Spaß mit seinem ferngesteuerten Speedboot… wir Großen auch.

Am Abend wird gegrillt. Der neue Grill macht einen guten Job. So muss Urlaub sein.

Panoramabild der Boots- und Yachtwerft Rathje

Als die Sonne den Horizont küsst, ist die Crew im Zockermodus. Währenddessen blogge ich und höre NDR2.

4. Tag – Ablegen, Anlegen, Abpumpen, Absacken

Der heutige Tag beginnt und endet in Grau. Dazwischen ist er … grau.

Um 10:30 Uhr legen wir mit einem Traummanöver ab. Wir verlassen die Kieler Förde und fahren danach in das Sperrgebiet in der Hohwachter Bucht ein. Natürlich habe ich mich vorher informiert, dass heute kein Schießbetrieb ist! Wir wären auch ein allzu leichtes Ziel für die Deutsche Marine.

Nach ruhiger Überfahrt legen wir um 15:45 Uhr an, zuerst mit verbesserungsfähigem und vorübergehendem Manöver – der Skipper war nämlich unachtsam und legte mit dem Wind an – und dann mit gutem und endgültigem Manöver an der Abpumpstation. Dort entsorgen wir 99%.

Mit dem Abendessen im Goldenen Anker und dem Absacker an Bord endet der Tag. Wir freuen uns schon tierisch auf den Sonnenschein, der ab morgen angekündigt ist.

5. Tag – Gedser Lystbådehavn

Der Tag beginnt friedlich in Burgstaaken. Ich liege im Bett und beobachte die Lichtreflexe an der Decke. Lichtreflexe??? Tatsächlich, die Sonne geht am strahlend blauen Himmel auf. Ich genieße es, den Geräuschen des Hafens zu lauschen. Ganz selten eine Möwe – Gottseidank! Dafür das Gezwitscher von Schwalben. Es gluckst, knarrt, knarzt, brummt, schnarcht ;- ), summt, gurrt, klappert und dann… ein großer Schiffsdiesel wird gestartet.

Das will ich jetzt auch sehen. Ich gehe hoch auf die sonnendurchflutete Flybridge. Der im Hafen liegende Frachter Jan/5 läuft… und zwar aus. Es ist beeindruckend, wie sicher der Kapitän das Schiff aus dem engen Hafen von Burgstaaken führt.

Jetzt einen Kaffee!

Nach dem Frühstück legen wir um 10:40 Uhr ab. Jeremias bringt uns gut aus dem Hafen.

Er ist heute der Bootsführer auf den 31 Seemeilen bis Gedser. Das Wetter ist so gut, dass wir während der Fahrt die Sonnenliegen auf dem Vordeck nutzen.

Schau mir in die Augen!

Um 14:40 Uhr legen wir im Gedser Lystbådehavn mit einem Vorzeigemanöver zwischen zwei Booten an. Dieser Hafen ist klasse, schönes Ambiente und alles, was man sich wünscht, endlich auch ein Hafenbier. Tristan und Neila tollen auf einem richtig guten Kletterparcour rum.

Am Nachmittag tuckere ich mit den Kleinen im Hafen rum, als uns ein Segler ranwinkt. Er hat ein technisches Problem an seinem Trimaran, das nur von Wasser aus gelöst werden kann. So werden wir zufällig zu „Seenotrettern“.

Das Beste ist das Abendessen. Das Traum-Einkaufsteam hat ein großes Flanksteak besorgt, und wir grillen in den Sonnenuntergang hinein.

6. Tag – Guldborg Lystbådehavn

Es ist 05:00 Uhr. Ich sitze auf der Fly und genieße die Stille im Hafen. Das Wasser ist spiegelglatt und langsam geht die Sonne hinter den Bäumen auf. Bald brechen die ersten Segler auf. Der Hafen erwacht… nur meine Crew nicht.

Heute legen wir um 10:15 Uhr ab. Der Weg führt uns durch sehr enge Fahrwasser nach Guldborg.

Unterwegs erleben wir eine Mückeninvasion, Gottseidank keine blutsaugende Art. Wir schließen die Fenster der Fly und halten so die Biester draußen. Dadurch wird die Fly aber auch zur Sauna. Von der weißen Farbe des Radarsockels ist nichts mehr zu sehen. Nach etwa 2 Stunden ist alles wieder verschwunden. Aniko rückt jetzt tausenden von Leichen mit dem Besen und ich mit dem Staubsauger zu Leibe.

In Guldborg legen wir am Außensteg perfekt an; innen ist es zu eng für uns.

Hafenbier und Hafeneis!

Die Krücks fahren mit dem Dinghy zum Strand, und ich chille an Deck. Naja, ich schlafe fast ein. So entspannend ist das hier.

Es wird wieder gegrillt. Von einem Frischfischhändler hier im Hafen kaufe ich spontan große Garnelen. Zusammen mit dem Flanksteak ergibt das Surf’n Turf und Würstchen für die Kinder.

Und dann haben wir die erste Schweinswalsichtung auf diesem Törn. Noch keine 3m neben dem Steg taucht der Kleine auf. Am Ende werden wir einen neuen Rekord mit vier Sichtungen und insgesamt neun Walen haben.

Mit seinem hellen Bauch sieht er aus wie ein kleiner Orca.
Tristan hat den kleinen Wal direkt in einem Hafenbild verewigt.

Die Crew ist heute wieder im Zockermodus, die Kids schauen sich einen Kinderfilm an, ich blogge.

7. Tag – Agersø

Die Nacht war ruhig. Obwohl sich der Ostwind etwas gelegt hat, treibt er kleine Wellen vor sich her, und das ausgerechnet unter die Badeplattform. Doch selbst dieses nervige Klatschen hört man irgendwann nicht mehr.

Heute geht es nach Agersø. Das dürfte unser nördlichster Hafen auf diesem Törn sein. Die Überfahrt ist gemütlich, weil wir größtenteils mit Autopilot fahren. Doch als erstes müssen wir durch die Brücke von Guldborg, die pünktlich für uns öffnet.

Im Hafen von Agersø werden wir gefordert. Es ist kein Platz. Ein einziger perfekter Liegeplatz für uns wäre frei… ist aber reserviert. Ein äußerst hilfsbereiter Hafenmeister bietet uns an, hier vorläufig festzumachen, bis sein „alter Kumpel“ kommt. Dann können wir uns zu diesem ins Päckchen legen.

Gegen 17:00 Uhr kommt ein Zweimaster unter Motor. Häh??? Es herrschen doch perfekte Segelbedingungen. Der Hafenmeister ist auch schon da. Wir fahren also aus dem Hafen und machen Platz für das Anlegemanöver des Seglers. Der stellt sich etwas ungeschickt an und touchiert unseren Bugkorb… Nichts kaputt.

Ablegen, um neu anzulegen

Endlich liegt der an seinem Platz, und wir beginnen unser Anlegemanöver. Doch dann heißt es plötzlich warten, weil die ihre Begrüßungszeremonie noch nicht abgeschlossen haben. Wie bitte? Der starke Wind vertreibt uns schnell, und wir müssen schauen, dass wir nicht gegen andere Boote knallen. Wir machen gerade noch fest am „alten Kumpel“ vom Hafenmeister. Jetzt erkennen wir, dass das wörtlich zu nehmen ist 😉 Es sind nämlich drei Leute an Bord mit geschätzt 240 Jahren Erfahrung.


Wir spazieren zum Restaurant, finden aber leider keinen Platz ohne Reservierung. Also kehren wir im Hafengrill ein. Es gibt Burger mit Bratensoße… mal was Anderes.

Abhängen auf der Flybridge und Hafenkino.

8. Tag – Lohals auf Langeland

Heute sind wir doch tatsächlich früher losgefahren als sonst. Nach ruhiger – naja, unterwegs zieht eine Yacht im Vollgas nahe an uns vorbei. Ihre Heckwelle lässt uns richtig tanzen – und kurzer Überfahrt erreichen wir den Hafen von Lohals schon um 12:10 Uhr.

Der Hafen ist schon recht voll. Wir legen am ersten Platz in der Einfahrt an, nachdem uns der Stegnachbar etwas Platz macht. Als der dann ablegt, weil sein Kabel zum Strompfosten zu kurz ist, rücken wir etwas vor. Schon gut, wenn man eine 40m-Kabeltrommel hat 😉 Das merkt auch ein Segler, der sich am nächsten Tag hinter uns legt. Der hängt sich nämlich, nachdem er lieb gefragt hat, an unsere Kabeltrommel dran.

Dann geht es zum Hafeneis und danach mit dem Dinghy zum Strand.

Am Steg beobachte ich zwei Schnorchler, die sich mit Speerfischen versuchen.

Jeremias testet dann noch die Funktionsfähigkeit der alten Rettungswesten…

Gott sei Dank haben wir uns neue Rettungswesten gekauft.

Am Abend kommt noch ein schönes altes Schiff rein.

Später am Abend wird gegrillt…auf unserem persönlichen Grillplatz. Und dann haben wir einen richtig tollen Sonnenuntergang.

9. Tag – Lohals Hafentag

Windstärken von 6 Beaufort mit Böen von 7 zwingen uns, einen Hafentag einzulegen. Wir mieten zwei zusätzliche Fahrräder und fahren zum Hou Nordstrand.

Danach haben wir uns ein Eis im Hafen verdient. Während die anderen an den Strand gehen, lege ich mich auf die Flybridge und döse vor mich hin.

Dann kommt noch ein Segler rein, der mächtig mit dem Wind zu kämpfen hat. Er zwängt sich in seiner Not hinter uns und dotzt gleich zweimal am Steg an. Mit vereinten Kräften machen wir ihn fest, nachdem wir unser Boot noch etwas verholt haben.

Um selbst Wasser nehmen zu können, muss ich mit den Schläuchen von drei Booten etwa 80m überbrücken. Not macht eben erfinderisch.

Für das Abendessen machen wir uns chick, denn das nehmen wir im Restaurant Visgø.


Und dann… Sonnenuntergang von vorne und Irische Livemusik von hinten – was will man mehr?

10. Tag – Svendborg

Um 10:50 Uhr legen wir ab. Nun, es ist nicht nur ein einfaches Ablegemanöver, es ist eine Sternstunde nautischen Könnens und Teamwork von Skipper und Crew 🙂

Nach zwei Stunden ruhiger Überfahrt erreichen wir Svendborg. Die Anfahrt durch den malerischen Sund ist traumhaft. Wir drehen drei Runden im Hafen, um festzustellen, dass kein Platz mehr frei ist. Und das schon kurz nach Mittag! Wir legen uns dann um 12:50 Uhr mit dem nächsten perfekten Manöver an einen netten Dänen ins Päckchen. Dann stellen wir jedoch fest, dass die nächste Stromsäule auch für unser 40m Kabel zu weit weg und außerdem alles schon doppelt belegt ist.

Aniko und ich laufen diesen und den Hafen an der Insel Fredericksø ab und finden tatsächlich einen freien Platz hinter dem nächsten netten Dänen, der verspricht, den Platz für uns freizuhalten.

Nach den nächsten Traummanöver liegen wir um 14:10 Uhr direkt an der Beachbar und nehmen erst einmal einen Hafencocktail.

Das Schicksal naht etwas später in Form eines netten älteren Herrn, der uns wegschickt, weil der Platz für einen Frachter reserviert ist.

Etwa 100m weiter erspähe ich eine Lücke, die aber zu klein ist. Der dritte nette Däne verholt sein Boot für uns um 3m, und mit dem dritten perfekten Manöver rutschen wir um 16:30 Uhr auf den endgültigen Liegeplatz. Diese Odysee sieht auf dem GPS etwa so aus:

Unser endgültiger Liegeplatz

Heute hat die gesamte Crew das kleine Hafenpatent geschafft.

Die Crew macht eine kleine Stadtrunde, Opa und die Enkel drehen mit dem Dinghy ein paar Runden im Hafen.

Zum Abendessen gibt es Pizza und Primitivo Doppio Passo.

11. Tag -Ærøskøbing

Wir brechen frühzeitig auf, weil wir den Abwassertank noch leeren wollen. Leider müssen wir feststellen, dass beide Anlagen ausser Betrieb sind. Da in unserem Zielhafen Ærøskøbing auch eine Entsorgungsanlage ist, machen wir uns dorthin auf den Weg.

Die Fahrt ist abwechslungsreich, da in diesem Revier viel Verkehr herrscht, unter anderem Fährverkehr. In mancher Enge kommt man sich schon recht nah. Jeremias ist am Steuer etwas angespannt 🙂

Wir sind früh vor Ærøskøbing. Kurz vor der engen Einfahrt bewegen wir uns knapp außerhalb des Fahrwassers. Schnell, sehr schnell nimmt die Wassertiefe ab. Ich koppele schnell aus und lasse das Boot treiben. Peng! Wir haben eine – Gottseidank schwache – Grundberührung. Nichts passiert…glauben wir. In Kiel stellt sich später heraus, dass ein Propellerblatt verbogen ist. Das merkt man erst über 1500rpm. Wir sind schnell wieder auf Kurs und im Hafen, wo wir in der ersten Reihe einen guten Platz finden.

Der ganze Tag steht unter dem Motto „Spaß am, im und auf dem Wasser“.

Und dann springt Neila tatsächlich noch vom Boot…etwas über 2m tief. WOW!!!

Und am Abend sitzen wir an der Mole und grillen uns ein paar Burger.

Jeremias sorgt später noch unfreiwillig für einen Lacher. Susanne’s Bikinioberteil, das zum Trocknen an der Reling hing, wurde ins Wasser geweht. Jeremias bewaffnet sich mit dem Bootshaken und klettert auf die Steinmole. Er schafft auch etwa 80m, bevor er 1m vorm Ziel Opfer eines losen Steines wird und der Länge nach ins Wasser stürzt. Mist, einer der seltenen Momente, wo man kein Handy dabei hat.

12. Tag – Ærøskøbing Hafentag

Eigentlich ist es weniger das schlechte Wetter, als vielmehr der schöne Ort, weswegen wir einen Hafentag einlegen. Der angekündigte Regen ist nämlich mehr ein Nieselregen von kurzer Dauer, für den sich die meisten Leute kaum interessieren.

Außerdem müssen noch 99% abgepumpt werden. Mit zwei Parademanövern erledigen wir im nahegelegnen Nachbarhafen den Job. In der Zwischenzeit verteidigt Susanne unseren Liegeplatz. Es ist kaum zu glauben, was in diesem Hafen los ist.

Wir sind durch den Ort spaziert und begeistert von den vielen kleinen und alten Häuschen, den engen Gäßchen und Hinterhöfen.

Die Kinder und ich machen dann noch einen Ausflug mit den Dinghy. Tristan ist nämlich inzwischen begeisterter Ruderer.

Am Nachmittag begegnen sich Neuzeit und Mittelalter vor dem Hafen.

Abendessen ist diesmal italienisch von besonderer Qualität.

Und dann um 22:00 Uhr kommt doch noch Regen…. für 30 Minuten 🙂 Jetzt ist es schön kühl für die Nacht.

13. Tag – Marstal

Die heutige Etappe ist kurz. Wir haben beschlossen, nicht nach Bagenkop zu fahren, sondern „nur“ nach Marstal. Das spart uns am Donnerstag, wenn wir den Schlag nach Deutschland machen wollen, über eine Stunde. Außerdem will ich diesem Hafen sehen, von dem es heißt, er sei das Mekka der Segler.

Wir legen um 12:10 Uhr an. Wir finden an der Innenmole eine Lücke, in die wir meisterlich einparken. Der Wind war uns gnädig. Den Hafen-WL genießen Jeremias und ich auf der Kaimauer. Vorbeifahrenden Bootsfahrern erklären wir, wir betreiben eine „Sail-In-Cocktailbar“.

Die Kinder und Enkel spazieren in den Ort. Ich suche den Bootsladen auf und schaue – erfolglos – nach einem Y-Adapter für den Landstrom. Einen großen Erfolg kann ich dennoch feiern, denn ich nehme – erfolgreich – die Waschmaschine in Betrieb. Ab jetzt können wir an Bord waschen und trocknen – sofern der Landstrom hoch genung abgesichert ist.

Zum Abendessen besuchen wir einen Chinesen, wo wir gut sitzen und essen.

Alle sind so müde, dass wir schon um 21:30 Uhr alle im Bett liegen – pünktlich, um das Prasseln eines halbstündigen starken Schauers zu genießen.

14. Tag – Maasholm in der Schlei

Mit dem Fahrrad mache ich einen Ausflug in den Yachthafen. Hier werden wir beim nächsten Mal festmachen. Es ist wirklich toll hier. Im Yachtshop bekomme ich sogar einen Y-Adapter für den Landstom.

Um 10:20 legen wir ab. Es ist fast windstill, und die See ist glatt. Vermutlich ist das der Grund, dass wir tatsächlich dreimal Schweinswale sehen, einmal sogar eine Gruppe, die in einiger Entfernung in unserer Heckwelle schwimmt. Das letzte Walpärchen sehen wir an der Ansteuerungstonne in die Schlei.

Unterwegs entlässt Susanne auf Position 54°44.620N 010°17.518E, also zwischen Dänemark und Deutschland, dutzende von Sternenkindern auf eine Reise übers Meer, eine schöne Aktion für verstorbene Frühchen. Jedes Kind bekommt ein Rosenblatt mit seinem Namen.

In Maasholm legen wir um 13:40 Uhr an der Außenseite der Innenmole an. Die Crew wird nass, weil genau während des Anlegemanövers ein kurzer Schauer runtergeht. Skipper sein ist doch schön 🙂

Das Hafenbier nehmen wir diesmal mit Matjesbrötchen.

Maasholm ist schön und bietet ein paar gute Restaurants. Wir entscheiden uns für deutsche Küche. Meine Maasholmer Fischpfanne ist der Hit.

15. Tag – Kiel, unser Heimathafen

Lange geschlafen, spät gefrühstückt, erst um 12:10 Uhr abgelegt. Wir fassen vorher noch einmal Wasser.

Die Schlei raus ist wie immer viel los.

Ausfahrt aus der Schlei im Zeitraffer
Tschüss Schlei!

Wir haben eine ruhige Fahrt trotz 3-4 Beaufort und Wellen um die 50cm. Um 15:30 Uhr legen wir in unserer Box in Kiel an.

16. Tag – klar Schiff

Heute bin ich so spät aufgestanden wie noch nicht auf diesem Törn…eigentlich nicht nur ich, sondern alle.

Nach dem Frühstück schrubben Jeremias und ich in Badehosen das Boot von oben bis unten. Bei dieser Hitze ist das erfrischend. Tristan und Neila paddeln derweil mit dem Dinghy. Aniko und Susanne fangen schon mal an, die Koffer zu packen. Wir bauen den Außenborder ab und verstauen das Dinghy auf der Plattform. Dann tauche ich unters Boot, um nach dem Steuerbordpropeller zu schauen. Leider hat die leichte Grundberührung vor Aerøskøbing ein Propellerblatt verbogen.

Am Nachmittag fahren wir mit dem Bus in die Stadt rein. Wir spazieren durch die Fußgängerzone, verweilen beim Kieler Hafensommer und schauen Tai-Chi zu, essen Eis. Dann shoppen wir im Sophienhof.

Unser Abendessen ist heute mexikanisch. Wir essen im „El Paso“ in Kiel, nahe der Sparkassen-Arena.

Ein schöner Abend mit angenehmen Temperaturen. Draußen zieht ein MSC-Gigant vorbei.

Das war unser Sommertörn 2019. Mit dem Wetter hatten wir mehr Glück, als uns die verschiedenen Wetter-Apps hoffen ließen. Auch das Wasser der Ostsee war mit über 20°C angenehm zum baden. Die Daten unseres Sommertörns 2019:

  • 248 Seemeilen
  • 30:40 Stunden Fahrzeit
  • 10 Häfen
  • 4 mal gegrillt
  • 2 mal abgepumpt
  • 9 Wale bei 4 Sichtungen (neuer Rekord)
  • 3 Flaschen Wodka, 3 Flaschen Gin, ein paar Flaschen Wein
  • viel Sonne, wenig Regen, viel Spaß
  • Besonders stolz sind wir auf die guten Hafenmanöver. Danke an die Crew.

17. Tag – Abreisen

Wir starten spät in den Tag. Die Koffer sind soweit gepackt. Die Kinder schaffen ihre Koffer ins Auto und ich die Kinder und Kindeskinder zum Bahnhof. Abschied!

Zurück am Boot beginnen wir mit den letzten Arbeiten wie Abtauen des Kühl- und Gefrierschranks, Saugen und Reinigen, Abziehen der Betten, Aufstellen der Entfeuchter, Abdecken der Flybridge, usw. Ich wasche sogar ein paar Handtücher, aber mehr, um die Waschmaschine/ Trockner nochmal zu testen. Der Waschgang klappt auch super, doch beim Trocknen mache ich einen Bedienfehler. Als ich nach dem Studium der Bedienungsanleitung alles richtig mache, stellt sich heraus, dass der Steg zu schwach abgesichert ist. Wir hängen die Handtücher über die Reling.

Dann sind wir fertig. Und weil einfach nur rumsitzen nicht Aniko’s Ding ist, beschließen wir um 14:00 Uhr spontan, nach Hause zu fahren. Es ist immerhin Sonntag, also kein Berufs- oder LKW-Verkehr.

Und so geht es flüssig bis Hamburg. Dann geht nichts mehr. Der Verkehrsmelder sagt eine zweistündige Verzögerung wegen 20Km Stau an. Was??? Heute??? Keiner hat uns vor den 75.000 Wacken-Besuchern gewarnt, die gefühlt alle in unsere Richtung fahren. Und weil Aniko dringend etwas zu erldigen hat, verlasse ich die Autobahn. Gute Idee, denn

  • Aniko ist erleichtert.
  • Ich tanke für 1,39€.
  • Meine Navigation lenkt mich auf Seitenstraßen um Hamburg herum. Die angekündigte Verzögerung von 2 Stunden ist dadurch für uns nur 45 Minuten.

Hinter Hamburg geht es flüssig bis in die nächste Baustelle. Niedersachsen hat einige laaaange Baustellen auf der A7.

Insgesamt sind wir 10 Stunden unterwegs, haben insgesamt 35Km Stau und treffen um 00:15 Uhr zuhause ein.